Anbringung von Fledermauskästen und Nisthilfen für Singvögel im Paradiestal

In Höhlen brütende Vögel und Fledermäuse haben es von Jahr zu Jahr immer schwerer, entsprechende “Unterkünfte” zu finden - natürliche Nistmöglichkeiten bzw. Unterschlupfe sind nicht mehr in ausreichender Zahl vorhanden. Häuser, Schuppen, Scheunen und Ställe sind zwecks besserer Isolierung für diese Tierarten nicht mehr zugänglich und “Dreck” will man auch nicht haben.
In diesem Jahr wurden deshalb von uns über 50 verschiedenartige Nisthilfen beschafft und in den vergangenen Tagen im Bereich des Paradiestales von fleißigen Helfern aufgehängt.

Perfekt angebrachter Fledermauskasten mit freier Anflugmöglichkeit für Fledermäuse

10 bis 12 Nisthilfen pro Hektar sollte man aufhängen wenn natürlich Nistmöglichkeiten fehlen. Für Fledermäuse ist mindestens die gleiche Anzahl von Kästen vorzusehen. Zu viele Nisthilfen und Fledermauskästen sind in jedem Fall besser, als zu wenige,

Meisen suchen bereits im Januar / Februar ihre Nistgelegenheiten für die kommende Brutsaison aus - also müssen die für diese Vogelarten vorgesehenen Nisthilfen bereits zu diesem Zeitpunkt aufgehängt sein bzw. die schon hängenden sollten spätestens zu diesem Zeitpunkt gereinigt sein, da sie sonst von den Meisen nicht angenommen werden. Die mancherorts schon selten gewordenen Sperlinge ( vor allen Feldsperlinge) und auch Stare nehmen es nicht so genau.
Werden Nisthilfen, wie in unserem Fall, bereits im Juni ausgebracht, so können sie von verschieden Vogelarten als Übernachtungsquartier genutzt werden.

Nischenbrüterkasten

Wer Nisthilfen selbst anfertigt, sollte daran denken, das die Bauart der Nisthilfe sowie die Aufhängehöhe den verschiedenen Vogelarten angepasst sein muss. Nisthilfen sollten möglichst im Halbschatten angebracht werden und das Einflugloch nach Süden, Südosten oder Osten ausgerichtet sein. Das Eindringen von Regenwasser in die Höhle muss auf jeden Fall verhindert werden. Die Flugöffnung darf nicht durch überhängende Zweige verdeckt werden. Katzen, Eichhörnchen und Waschbären sollte das Ausrauben der Nisthilfen mittels entsprechender Sicherungen der Einfluglöcher und Reinigungsöffnungen erschwert werden. Nisthilfen für Baumläufer sollten einen seitlichen Schlitz haben, der am Stamm anliegen muss. Spezialnistkästen sind so eingerichtet, dass der Baumläufer vom Baumstamm gleich auf sein Nest und auf der anderen Seite wieder hinausschlüpfen kann (drei bis vier Baumläufer-Nisthilfen je Hektar).

Um nicht von den zahllosen kleinen Plagegeistern, besonders Flöhe befinden sich oft massenweise in den benutzten Nisthilfen, befallen zu werden, empfiehlt es sich, die ersten Frosttage des Winters für eine Reinigung zu nutzen. Wer es sich leisten kann, der tausche neue oder gereinigte bereits ab August gegen die alten benutzten aus, das hat den Vorteil, dass die in den Nisthilfen übernachtenden Singvögel und Fledermäuse parasitenfreie Ruhestätten vorfinden.